08.06.2018 Serie aus DIE NECKARQUELLE – Schwenninger Traditionsfirmen:

Das Unternehmen Würthner-Wohnen ist in Schwenningen der Ansprechpartner, wenn man aus seiner Wohnung ein Heim machen will. Auf über 90 Jahre seit der Firmengründung kann man bereits zurückblicken. Doch der Ursprung liegt noch viel weiter in der Vergangenheit.

Genauer gesagt im Jahr 1807. Denn in diesem Jahr erblickte Jakob Würthner in Schwenningen am Neckar das Licht der Welt. Er ist der erste Schreiner in der langen Tradition der Firma Würthner, ihm folgten bis in den heutigen Tag ununterbrochen mehrere Generationen ins Schreinerhandwerk nach. „Ich bin bereits die sechste Generation, die das Schreinerhandwerk erlernt“, betont Frank Würthner, Inhaber von Würthner-Wohnen, nicht ohne Stolz. Während die ersten beiden Generationen noch als Dorfschreiner arbeiteten, war es der Enkel Jakob Würthners, der ebenfalls Jakob Würthner hieß, der nach langer Tätigkeit bei der Firma Thomas-Ernst Haller (welche später einmal die Firma Kienzle-Uhren werden sollte) eine eigene Bau- und Möbelschreinerei in der Lessingstraße gründete. Und nur fünf Jahre später, im Jahr 1924, kam es zur offiziellen Geburtsstunde der heute über Schwenningen hinaus bekannten Firma Würthner-Wohnen. Denn in diesem Jahr gliederte Jakob Würthner der Schreinerei einen kleinen Möbelhandel in der Lessingstraße an. Auf nur wenigen Quadratmetern Fläche und ohne Schaufenster verkaufte er hier unter dem Namen „Möbel Würthner“ die aus seiner Schreinerei stammenden Möbelstücke. Im selben Jahr begann zudem Jakobs Sohn Erwin Würthner eine Schreinerlehre im elterlichen Betrieb.

Sanitäter im Zweiten Weltkrieg

Seine Ausbildung konnte Erwin zwar noch abschließen, doch der nahende Zweite Weltkrieg war auch bei der Familie Würthner ein harter Bruch. Erwin Würthner wird in die Armee eingezogen und an die Ostfront geschickt. Durch seine Tätigkeit im Roten Kreuz in Schwenningen wurde er im Sanitätsdienst eingesetzt. Als 1945 die Ostfront zusammenbrach, gerat der Schreiner aus der Neckarstadt in Kriegsgefangenschaft – allerdings nicht in russische, sondern in britische. Das war höchstwahrscheinlich ein Glücksfall für Erwin Würthner, denn anders als die russischen Kriegsgefangenen, die teilweise erst viele Jahre später zurück nach Hause konnten, ging es für ihn bereits 1946 wieder nach Schwenningen.Dort übernimmt er schon kurz nach seiner Rückkehr den elterlichen Betrieb, der auch während des Krieges von Jakob Würthner weitergeführt wurde. Die Geschäfte nach dem Kriegsende entwickelten sich positiv und schon 1956 konnte der Ausstellungsbereich zwischen Wohnhaus und Werkstatt auf damals stolze 500 Quadratmeter erweitert werden. Im Jahr 1967 steht dann der nächste Generationswechsel an. Rolf Würthner tritt in die Schuhe seines Vaters Erwin und, nach erfolgreicher Meisterprüfung, in die elterliche Firma ein. Der damals junge Mann hat eine für die Einrichtungsbranche spannende Zeit erwischt, denn nur zwei Jahre später, 1969, kommen die ersten modernen Einbauküchen auf den Markt – für das Unternehmen ein einschneidendes Ereignis.

Das Unternehmen wächst

Die Trends der damaligen Zeit fest im Blick eröffnete Rolf Würthner noch im Oktober desselben Jahres ein kleines Küchenstudio in der Dauchinger Straße, nur rund 150 Meter vom bestehenden Möbelhaus entfernt. Bereits damals setzte man voll auf qualitativ hochwertige Produkte, gepaart mit einer kundenorientierten Beratung. Um den Bekanntheitsgrad weiter zu steigern, stellt das Unternehmen Würthner seine Produkte auf der der Messe „Südwest stellt aus“ aus.Das Konzept aus hochwertiger Ware und der passenden Planung kam bei der Kundschaft gut an, so dass im Jahr 1978 ein größeres Möbelhaus entstehen sollte. Auf der Suche nach einem Standort wurde man im damals neu erschlossenen Steinkirchring fündig, wo man noch im selben Jahr die Eröffnung feiern konnte. Auf rund 2000 Quadratmetern wurde hier eine große Auswahl an Einrichtungsgegenständen, von der Küche bis zum Wohnraum, vereint. Zehn Jahre zogen ins Land, doch bereits nach dieser kurzen Zeit war klar: Auch die 2000 Quadratmeter reichen nicht, weswegen man 1988 die Ausstellungsfläche um weitere 1200 Quadratmeter auf nunmehr 3200 Quadratmeter ergänzte.

Traditionsbewusst und Modern

Nach der Jahrtausendwende, genauer gesagt im Jahr 2005, kam es dann zum vorläufig letzten Generationswechsel. Am 1. Januar diesen Jahres übergab Rolf Würthner die Leitung des Unternehmens „Würthner-Wohnen“ an seinen Sohn Frank. Bis heute setzt dieser als sechster Schreiner in Folge die gelebte Familientradition fort. Einen Schlussstrich unter das fortwährende Wachstum des erfolgreichen Unternehmens setzt das freilich nicht. So bekommt das Möbelhaus im Jahr 2009 ein zeitgemäßes Facelifting, bei welchem die Fassade umgestaltet und renoviert wird. Zudem werden notwendige Arbeiten, wie etwa eine moderne Wärmedämmung, integriert. Und pünktlich zum 90-jährigen Bestehen von „Würthner-Wohnen“ im Jahr 2014 wird der Umbau der kompletten Ausstellungsfläche abgeschlossen.Heute präsentiert sich „Würthner-Wohnen“ als modernes Einrichtungshaus und Küchenstudio, in welchem die Kunden ein hohes Maß an Fachkompetenz, Auswahl und Kreativität finden können. Egal, ob es um den Wohnbereich, die Küche, das Schlafzimmer oder die richtige Raumausstattung in Sachen Tapeten, Bodenbeläge oder Textilien geht, für jeden Bereich des Hauses gibt es bei Würthner etwas Passendes. Abgerundet wird das Angebot durch ein breites Spektrum an schönen Deko-Gegenständen, die man in der Würthner Lifestyle-Boutique findet.„Das Besondere bei uns ist aber nicht nur die große Bandbreite an Waren bekannter Hersteller, sondern vor allem auch unser Planungs- und Beratungsangebot“, wie Frank Würthner betont. Denn das Wohlbefinden der Kundschaft endet bei Würthner nicht an der Ladentür. „Unser Team aus Wohnberatern, Küchenfachleuten, Raumausstattern und bestens ausgebildeten Schreinern steht bei allen Fragen und Aufgaben bereit“, so Frank Würthner. Ob Montage, Transport oder Installation, alle anfallenden Aufgaben werden fachmännisch ausgeführt.In Zukunft will das Einrichtungshaus weiter seinen Grundsätzen treu bleiben und die Kunden mit zeitgemäßen und ansprechenden Möbeln überzeugen. Ein besonderes Ereignis wartet indes bereits im nächsten Jahr: „2019 können wir 50 Jahre Küchenstudio feiern“, freut sich Frank Würthner schon heute. cth

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