Zeitungsartikel von Ralf Trautwein vom 19.04.2021 aus DIE NECKARQUELLE

Einrichtungshäuser wie Würthner-Wohnen erleben in der Coronakrise einen wahren Boom, weil die Leute ein schönes Zuhause wollen. 

Urlaub kostet Geld. „Weil die Leute schon seit über einem Jahr aber kaum noch in den Urlaub fahren können, haben sie Geld“, sagt Frank Würthner und liefert damit die Erklärung, warum der Möbelhandel in der Coronakrise boomt. Wo viele Händler dieser Tage bitter klagen, trägt der Schwenninger Einrichter ein breites Lächeln im Gesicht.

Tatsächlich nutzen viele diese Zeiten, die man vorzugsweise zu Hause verbringt, um sich ein gemütliches Heim zu schaffen. Es wird viel renoviert, und ebenso viel Mobiliar neu angeschafft. Das beschert auch Würthner-Wohnen einen spürbaren Aufschwung: Wenn Inhaber Frank Würthner die Zahlen der letzten zwölf Monate betrachtet, dann lacht sein Herz. Er verkauft Einrichtung und Küchen für gehobene Ansprüche – genau das, was aus seiner Sicht derzeit enorm nachgefragt wird. Große Möbelhäuser täten sich in der Krise bisweilen schwer, meint Würthner. Doch wer eher „klein und exklusiv“ daher kommt – wie er –profitiere von der Lust auf eine neue, schöne Wohnumgebung.

Konzepte besonders gefragt

Besonders gefragt, sagt Frank Würthner, sind am Computer mit CAD-Software ausgearbeitete Einrichtungskonzepte – der Wohnraum wird dabei dreidimensional dargestellt und virtuell neu eingerichtet. Der Kunde kann sich anhand dessen gut vor-stellen, wie neues Mobiliar in seinen heimischen vier Wänden aussehen wird. Das gehört zum Service des Schwenninger Einrichtungshauses, ebenso wie die praktische Umsetzung, für die Würthner auf ein leistungsfähiges Handwerkernetzwerk zurückgreift.

Die Raumausstattung wird auch umsatztechnisch immer wichtiger: wertige Böden, Gardinen, Wandfarben und Tapeten sind sehr gefragt; die 14 Mitarbeiter haben viel zu tun. Im Wohn- wie auch im Küchenbereich sind die großen Trends Komfort und Ergonomie.

Nachhaltigkeit spielt dabei nicht nur auf dem Dach des Firmengebäudes eine Rolle, wo Würthner seit kurzem eine Photovoltaikanlage installiert hat, die den gesamten Eigenbedarf an Strom deckt. Nachhaltigkeit ist auch beim Möbelkauf ein aktueller Trend. Daher setzt der Schwenninger in Zeiten, wo das Gros der Möbelproduktion in Asien läuft, konsequent auf die Produkte deutscher und europäischer Hersteller.

Frank Würthner hat die ersten Monate der Pandemie außerdem genutzt, um seinen Online-Vertrieb zu verbessern. „Wir hatten ja etwas Zeit zum Nachdenken“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Der On-line-Shop mit Wohnaccessoires läuft immer besser, und der Unternehmer sieht hier noch viel Potenzial. Darüber hinaus steigere er nicht nur den Umsatz, sondern generiere vor allem auch neue Kunden, meint er. In den letzten drei Monaten allein hat Würthner übers Internet so viel verkauft wie im ganzen Vorjahr: Grillzubehör, Kissen, Vasen, Gartenartikel und so weiter. Er weiß, wie wichtig es ist, mit der Zeit zu gehen und hat sich deswegen schon lange vor der Krise mit dem Thema E-Commerce befasst. Das kommt Würthner-Wohnen jetzt zugute.

Ebenso wie die gute Verkehrsanbindung an der Einfahrt zum Industriegebiet Ost und die Parkplätze vor dem Haus. Dass es noch immer Einzelhändler gibt, die nicht parallel online verkaufen wollen, versteht Frank Würthner nicht. Ebenso wenig wie die Kommunalpolitik, die aus seiner Sicht in den letzten vier Jahrzehnten nichts getan habe, um den örtlichen Handel zu stärken. Statt in den Innenstädten zu investieren, habe man den zentralen Bereich entwickelt – mit der Konsequenz, dass nun auch noch die letzten in Schwenningen alt eingesessenen Innenstadthändler das Licht ausmachen. Das wundert ihn nicht. Was soll die Kundschaft auch in den Zentren, wo „horrende Parkgebühren“ anfallen und das Angebot immer dünner wird?

Den original Artikel aus DER NECKARQUELLE können Sie hier runterladen.

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