9 Tipps für die optimale Präsentation Ihrer liebsten Kunstwerke

Schriftsteller sitzen oft vor einem leeren Blatt Papier, starren es an und hoffen die Schreibblockade lässt irgendwann wieder nach. Vielleicht kennen Sie das Gefühl der Blockade von Ihrem letzten Umzug, in Bezug auf die weißen Wände… Alles ist fertig eingerichtet, die Schränke und Schubladen füllen sich, der Inhalt der Umzugskisten wird gleichmäßig in der Wohnung verteilt. Langsam wird es gemütlich… nur eins steht noch in allen Räumen an die Wand gelehnt  – die Bilder, die Kunst, die gerahmten Fotos. „Das machen wir ganz zum Schluss“, hieß es am Anfang. Jetzt ist der Schluss und keiner traut sich ran an die Anordnung.
Fangen Sie einfach an! Entscheiden Sie, welche Bilder in welchen Raum gehören, wählen Sie ein Bild aus und gruppieren die anderen drum herum. Sollten Sie sich damit schwertun, machen Sie es wie die Hochzeitsplaner mit der Sitzordnung und erstellen für jedes Zimmer einen Plan. Wer darf neben wem Platz nehmen?

Das Eine ist die Zusammenstellung der Bilder, das Andere, die Art sie aufzuhängen. Hier geben wir Ihnen einige Anregungen.

1. In Reih und Glied

Besitzen Sie eine Sammlung von Kunstwerken, die aus einer Hand stammen, in eine Farbrichtung gehen oder ein gemeinsames Thema beinhalten? Hier bietet sich eine identische Rahmung an. Schaffen Sie klare Verhältnisse und hängen Sie streng nach der Geometrie. Weil nichts von den Motiven ablenkt, entfalten Ihre Werke so ihre volle Wirkung.

Tipp: Die Anordnung vor dem Befestigen auf dem Boden ausprobieren. Das erspart Ihnen unschöne Löcher in der Wand.

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2. The one and only: Eine Wand, ein Bild

Geben Sie einem Ihrer Kunstwerke einen Solisten-Status? Dann suchen Sie für den Auserwählten eine eigene Wand aus und setzen ihn in Szene. Frei nach dem Motto: Hier darf applaudiert werden! Sie können ihn weiter hervorheben durch einen opulenten Bilderrahmen, eine extra Beleuchtung oder durch eine explizit, für das Bild gestrichene Wand. Nehmen Sie hierfür eine Farbe aus dem Bild, je dunkler, umso wirkungsvoller. Damit erwirken Sie eine Art Passepartout, aus dessen Tiefe das Bild effektvoll hervorleuchtet.

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3. In einer Reihe Aufstellen – Bildchen wechsel Dich!

Sollten Sie sich noch nicht ganz festlegen wollen oder sind von Haus aus eher ein wechselbarer Typ? Dann stellen Sie Ihre Bilder auf eine Leiste. Somit haben Sie jederzeit die Möglichkeit auszutauschen, hinzuzufügen oder umzusortieren.  Die Leiste können Sie in jeglicher Höhe an der Wand langlaufen lassen, auch zwei übereinander sind möglich. Je nach Breite der Leiste können Sie auch kleine Dekoartikel wie Vasen mit platzieren. Auf jeden Fall, das Richtige für alle, die Abwechslung brauchen und sich schnell langweilen. Heute ein Andy Warhol, morgen ein Ahnenporträt, übermorgen eine Kinderzeichnung… lassen Sie Ihren Launen freien Lauf und scheuen Sie nicht davor zurück, verschiedene Kunststile zu mixen.

Tipp: Eine graue Wand bringt viele Gemälde besonders schön zum Leuchten!

4. Chaotische Ordnung oder geordnetes Chaos – die Petersburger Hängung

Hier trifft Chaos auf Ordnung – und die verstehen sich ausgesprochen gut.
Die Petersburger- oder Salonhängung ist eine Methode, Bilder miteinander zu kombinieren und aufzuhängen, sie ignoriert konsequent jegliche Blickachsen. Die Bilder werden besonders eng aneinandergereiht und reichen oft bis an die Decke und auf den Fußboden. Der Begriff geht zurück auf die berühmte Eremitage in Sankt Petersburg, dem ehemaligen Sitz der russischen Zaren. Die Form der Gemäldekomposition fand sich aber auch bei vielen Adligen im 18. Jahrhundert, weshalb häufig von Salonhängung gesprochen wird. Auf diese Weise demonstrierten die Bürger ihren Reichtum durch ihre Gemäldesammlung.

 

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Wenn Sie sich Anregungen einholen möchten, müssen Sie aber nicht unbedingt nach St. Petersburg reisen. Die Salonhängung finden Sie in den meisten restaurierten deutschen Schlössern wieder, unter anderem in Schloss Sanssouci in Potsdam, in der Gemäldegalerie des Dresdner Zwingers, aber auch im Historischen Museum in Frankfurt.

Suchen Sie sich ein Bild aus und fügen dann die unterschiedlichsten Bilder und Rahmen zu einem spannenden Ganzen zusammen. So können Sie sich Ihre eigene kleine Gemäldegalerie kombinieren. Ihre Fantasie ist der Maßstab für Ihre eigene Petersburger Hängung. Arrangieren Sie Gemälde, Fotos, Grafiken im Hinblick auf Farbe, Thematik oder eine künstlerische Stilrichtung und schauen Sie, welche Lebendigkeit und Vielfältigkeit daraus entsteht.

 

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5. Auf die Linie, fertig, los!

Hier müssen Sie genau arbeiten und sich vielleicht nicht nur den Nachbarn zur Hilfe holen, sondern unbedingt auch die Wasserwaage. Orientieren Sie die Kanten und Ecken an einer imaginären Mittellinie. Der Abstand sollte stets gleich sein. Bevor Sie die ersten Löcher bohren, spannen Sie sich eine Schnur oder kleben sich eine Linie an der Wand. So gelingt das Aufhängen besser.

 

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6. Bei der richtigen Wand reicht auch nur der Bilderrahmen!

Manchmal muss man sich gar keine Mühe machen, das richtige Bild zu finden. Haben Sie eine Wand, die Sie nicht verputzen wollen oder an der eine großartige Tapete hängt? Dann benötigen Sie auch nur mal einen Bilderrahmen, um die Wand zu gestalten.

 

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7. Alles ist erlaubt: Collage

Erstellen Sie sich Ihre eigene Collage. Eigentlich nicht viel anders als die Kühlschranktür. Nur, dass hier die Magneten nicht ausgehen. Heften Sie Ihre gesammelten Werke direkt an die Wand oder arrangieren Sie die Einzelbilder auf eine extra Trägerplatte – dicht an dicht, über und hintereinander. Wer möchte, spendiert seiner fertigen Collage einen eigenen Rahmen. Erstellen Sie sich Ihr ganz persönliches Arrangement. Postkarten, Fotos, Eintrittskarten, Bierdeckel, Restaurant-Quittungen… ganz nach Ihrer Geschichte. „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“ Aristoteles berühmtes Zitat trifft auf die Collage zu wie kein Zweites. Die Collage ist eine Technik aus der bildenden Kunst. Das fertige „Bild“ setzt sich aus vielen unterschiedlichen Einzelbildern zusammen, die ein Gesamtkunstwerk ergeben. Die Wand können Sie auch ganz nach Belieben wachsen lassen oder durch andere Collagen ergänzen. Planen Sie den Platz bei der Aufhängung vorher mit ein!

 

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8. Triptychon: Alle guten Dinge sind drei!

Ursprünglich war das Triptychon mit christlichen Motiven und beweglichen Seitenteilen zum Verschließen des Mittelteils eine mögliche Form des Flügelaltars. Ein Bild-Triptychon sind drei einzelne Gemälde, die zusammen eine Einheit bilden. Damit der Bildzusammenhang nicht verloren geht, sollten die einzelnen Fragmente des Triptychons möglichst in einer Reihe, auf Kante und mit geringem Abstand aufgehängt werden. So setzen Sie das Triptychon ideal in Szene.

 

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9. Passend zur Einrichtung!

Wenn Ihnen die Ideen ausgehen, improvisieren Sie! Suchen Sie sich die Bilder oder auch nur die Rahmen passend zur Inneneinrichtung und erschaffen damit ein tolles Gespann. Wenn Sie dann noch die passende Geschichte dazu erzählen können, sind Sie der Held. „Nach Jahre langem Suchen auf Flohmärkten oder Weltreisen, habe ich nun endlich das passende Bild zu meiner stiefmütterlichen Wand gefunden“…. oder so ähnlich.

 

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So… jetzt sind Sie dran. Fangen Sie einfach an, der Rest kommt dann von ganz alleine! Und vor allem: Es muss nicht alles auf einmal sein. Peu à peu! Die Sammlung muss wachsen.

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